Häufig gestellte Fragen

Was ist der bifaciale Solarzaun?

Der bifaciale Solarzaun stellt eine besondere Art der Doppelnutzung von Photovoltaik-Anlagen dar: Neben der Stromproduktion kann der bifaciale Solarzaun zur Einfriedung von Grundstücken und Gebäuden verwendet werden. Oder als räumliches Gestaltungselement z.B. auf einem Parkplatz.

Wo kommt der bifaciale Solarzaun zum Einsatz?

Der bifaciale Solarzaun kann für Eigenheim, im gewerblichen und industriellen Bereich sowie in der Landwirtschaft oder bei Infrastrukturanlagen zum Einsatz kommen.

Er stellt damit im Bereich der Stromeigenerzeugung eine interessante Alternative, aber auch eine mögliche Ergänzung zu Aufdachanlagen, Solar-Carports etc. dar.

Für die verschiedenen Anwendungsfälle wurden unterschiedliche Gestell- und Gründungsvarianten entwickelt: Es gibt eine speziell für das Endkundensegment entwickelte hochwertige Vierkantversion sowie eine günstigere auf Montage- und Materialeffizienz optimierte Version.

Bei der Gründung ist eine Aufmauermontage, eine Montage auf Punktfundamente oder eine Rammfundamentierung möglich. Je nach Anwendungsfall kommt die Variante mit einer Modulreihe (Höhe ca. 1,15 – 1,75 m) oder die Variante mit zwei Modulreihen (Höhe > 2 m) zum Einsatz.

Was sind die Vorteile des bifacialen Solarzauns?

Der bifaciale Solarzaun überträgt die Vorteile des Next2Sun Agri-PV-Konzeptes in den Bereich der Eigenerzeugung. Zum einen wird mit dem bifacialen Solarzaun durch die vertikale Aufständerung fast keine Fläche überbaut, zum anderen lässt sich durch die Auswahl und Kombination von geeigneten Zaunabschnitten ein auf den Eigenverbrauch optimiertes Erzeugungsprofil gestalten. So stellt der bifaciale Solarzaun eine interessante Alternative zur Aufdachanlage oder zum Beispiel zum Solar-Carport dar.

Ist eine Baugenehmigung erforderlich?

Grundstückseinfriedungen sind bis zu einer gewissen Höhe (typischerweise unter 1 oder 1.5 m genehmigungsfrei). Je nach Kanton und Gemeinde können die geltenden Regelungen aber stark abweichen. Es empfiehlt sich daher, diesbezüglich eine Anfrage beim zuständigen Bauamt zu stellen.

Warum wird kein Holzgestell verwendet?

Dachsolaranlagen wie auch der Solarzaun sind auf eine lange Lebensdauer ausgelegt, PV Module halten z.B. 25 - 30 Jahre. Um diesselbe Lebensdauer mit Holz zu erreichen, müsste man entweder intensiv behandelte Hölzer verwenden, Tropenholz einsetzen oder sehr teure einheimische Hölzer vorsehen. Für ein gepflegtes Erscheinungsbild müsste über die Lebensdauer -analog zu einem Holzzaun- mehrmals die Oberfläche unterhalten werden. Als Alternative bietet sich eine Pulverbeschichtung unseres Gestells in einem Braunton an.

Welche Förderungen gibt es und wie wird der Solarstrom vergütet?

Der Strom wird idealerweise selber verbraucht, um Netzbezug zu ersetzen oder ins Stromnetz eingespiesen. Die Vergütung ist vom jeweiligen Elektrizitätswerk abhängig.

Der Solarzaun respektive die Agri PV Anlage bekommen zudem attraktive Förderungen. Folgende Förderungen werden je nach Grösse und Ausführungsvariante ausbezahlt:

Vom Bund (Pronovo):
- Einmalvergütung mit Beiträgen bis zu 25%  
- Neigungswinkelbonus (Bsp. 01.05.2025: 200.-/kW)
- Parkplatzbonus  (Bsp. 01.05.2025: 250.-/kW)

Auf der Homepage von Pronovo (www.pronovo.ch) befindet sich ein Tarifrechner. Die Anlage wird in der Regel als angebaute oder freistehende Solaranlage eingestuft.

Vom Kanton / Gemeinde:
Diverse Kantone und Gemeinden erhöhen die von Pronovo gewährten Förderungen oder haben zusätzliche Programme. Eine gute Übersicht bietet www.energiefranken.ch

Herkunftsnachweise (HKN):
Zusätzlich können die Herkunftsnachweise vermarktet werden.

Liegen die Kabel offen, so dass sie beschädigt werden können (z.B durch Hitze/Sonne)?

Die Kabel liegen geschützt in den Querriegeln. Beim Vierkantpfosten ist das Kabel im Inneren noch besser geschützt, der Anteil freiliegender Kabel ist minimal. Als Option für mehr UV-Schutz und Witterungsbeständigkeit gibt es die Kabelschutzschläuche zum Überziehen.

Können die Zaunmodule bei Teilverschattungen mit Leistungsoptimierern betrieben werden?

Für Situationen mit vielen unterschiedlichen Ausrichtungen der Zaunflächen oder bei starken Teilverschattungen können Moduloptimierer eingesetzt werden. Beim Vierkantpfosten werden diese gut geschützt im Pfosten untergebracht. Fragen Sie uns an, um die Möglichkeiten für Ihr Projekt zu klären.

Könnte man Optimierer versteckt anbringen, so dass es keine freiliegende Komponente am Zaun ist? Innerhalb des Rahmens oder vielleicht in der Erde?

Ja, zumindest ein Typ Optimierer lässt sich im Vierkantpfosten unterbringen. Eine Halterung für Mikrowechselrichter unter dem unteren Modull wäre auch möglich. Dies geht nur bei Pfosten mit Abstand zum Boden und wäre auch zur Montage der Optimierer geeignet. Dank der geschickten Anordnung der Zellen und Leiterbahnen im PV Modul werden diverse Szenarien von Teilverschattungen auch ohne Optimizer gemeistert.

Sind in Zukunft Tore mit diesem System möglich?

Tore stehen bei uns nicht auf der Liste. Es gibt aber bei unseren Installationspartnern und am Markt Lösungen, die optisch zu unserem Vierkantpfosten passen und sich ästhetisch integrieren lassen.

Gibt es die Vierkant-Variante nur mit Montageplatte für ein Fundament oder kann man den Zaun auch im Garten mit Profilen des Standard-Zauns in die Erde rammen / einbetonieren?

Vierkantpfosten gibt es  für die Befestigung auf Mauern oder Betonfundamenten als auch zum einbetonieren mit einem Punktfundament.

Warum bringt die Rückseite nur 95 % der Leistung der Vorderseite?

Die Angabe von 95 % (Bifazialitätsfaktor) bezieht sich auf die Effizienz der Rückseite im Vergleich zur Vorderseite. Bei einer Ost-West-Ausrichtung werden beide Seiten von der Morgen- und Abendsonne weitgehend symmetrisch beschienen, hinzu kommt noch einiges an indirekter Strahlung (Reflektion). Bei der Rückseite der Module beträgt die Ausbeute bei identischer Einstrahlung ca. 95% der Vorderseite, was an der technischen Ausgestaltung der Module liegt. Wir achten für unsere Module auf einen hohen Bifazialitätsfaktor >90% oder sogar 95%, während günstigere Module oder andere Zelltechnologien nur 70-85% Bifazialität aufweisen.

 

Macht die Zaunausrichtung Nord/Süd zu Ost/West nur 5 % Produktionsdifferenz aus?

Ja, ein vertikaler Zaun mit Südausrichtung hat nur einen ca. 5% geringeren Stromertrag als bei Ost/West-Ausrichtung (sofern beide unverschattet sind).

Welche Solarmodule werden verwendet?

Generell werden kristalline bifaciale Glas-Glas-Module mit einem hohen Wirkungsgrad verwendet. Die Besonderheit von bifacialen Modulen besteht darin, dass diese auf beiden Seiten mit einer Glas-Oberfläche versehen sind, sodass beide Seiten Strom produzieren.
Derzeit werden typischerweise bifaciale Heterojunction Glas-Glas-Module mit einer Leistung von ca. 460-550 Watt und einem Wirkungsgrad von etwa 23+ % verwendet. Für das vertikale bifaciale Konzept des Solarzauns ist neben der Vorderseiten-Effizient die Bifacialität (Rückseiten-Effizienz) von entscheidender Bedeutung. Hier bieten die verwendeten Glas-Glas-Module mit einer Rückseiten-Effizienz von ca. 95 % der Vorderseite ein sehr gutes Niveau.
Module anderer Hersteller können ebenfalls verwendet werden, sofern sie gewisse Abmasse einhalten. Farbige oder mit individuellem Motiv bedruckte Module sind eine weitere mögliche Option. Jedoch sind diese deutlich teurer und bringen, speziell bei hellem Farbton, deutlich geringere Erträge bei gleicher Modulfläche.

Muss die Anlage gereinigt werden?

Die vertikale Anordnung führt dazu, dass sich Verschmutzung nur schwerlich ablagern kann und es bei Regen einen Selbstreinigungseffekt gibt – gegenüber einer konventionellen Anlage ist dies ein wichtiger Vorteil. Der Grad der Verschmutzung hängt wesentlich von Art und Umfang der Doppelnutzung ab. Bei der Gründlandnutzung gibt es bereits mehrjährige Erfahrungen, dass keine Reinigung der Module notwendig ist.

Aufdachanlagen müssen im Winter vom Schnee befreit, nicht so der Solarzaun.

Sind Hagel und Schnee ein Problem für den Solarzaun?

Im Unterschied zu Dachanlagen lagert sich kein Schnee auf den Modulen ab. So bald die Sonne auf einen Teil der Modulfläche scheint (vorne oder hinten), erwärmt sich das Modul leicht und anhaftender oder in der Nähe liegender Schnee wird geschmolzen. Schnee reflektiert das Licht sehr stark, was für den Solarzaun einen Ertrags-Boost auf der Vorder- und auf der Rückseite bewirkt. In Österreich wurden im Winter Situationen beobachtet, wo eine bis 50% höhere Leistung resultierte.

Hagel ist im Unterschied zu Dach- oder Freilandanlagen kein Problem für den Solarzaun. Durch die vertikale Ausrichtung treffen die Hagelkörner nicht oder nur in sehr flachem Winkel auf die Module. Nichtsdestotrotz erfüllen die Module die gängigen internationalen Normen, welche eine Hagelfestigkeit voraussetzen.

Was sind die Gemeinsamkeiten vom bifacialen Solarzaun und dem Agri-PV-System?

Der bifaciale Solarzaun als auch der Solarzaun basiert auf der Technologie des Marktführers für vertikale Photovoltaik (Next2Sun in Deutschland). Wir ergänzen diese mit Weiterentwicklungen und Speziallösungen für den schweizer Markt. Während der Solarzaun vorwiegend für den Eigenverbrauch interessant ist, sind Agri-PV Anlagen häufig bereits Kraftwerke, die ins Netz einspeisen. Für den Solarzaun entscheiden sich viele Kunden für den optisch sehr ansprechenden Premiumpfosten und ein farbiges Gestell. Im Agri-PV Bereich sind die Pfosten mit dem STandardprofil ausgeführt und meist nur verzinkt. Wo möglich und sinnvoll, kommen die gleichen Komponenten zum Einsatz, sodass in der Beschaffung Synergien realisiert werden können.

Kann ich gewisse Arbeiten selber machen?

Ja, sowohl in der Planung/Vorbereitung als auch in der Ausführung können Sie einige Arbeiten selber erledigen. Damit können die Kosten reduziert werden. Eine Arbeitsteilung mit Ihrem Elektriker oder Gartenbauer ist ebenfalls möglich.

Speziell für Grossanlagen, Agri PV

Warum werden auch bei der Agri-PV Version die Module senkrecht installiert?

Die senkrechten Modulreihen mit einem Reihenabstand von mind. 8 m bei 2 übereinanderliegenden Modulreihen (resp. mind. 12m bei 3 Reihen) ermöglichen nicht nur die Beweidung der gesamten Fläche, sondern auch und gerade die problemlose Bewirtschaftung mit Landmaschinen auf über 90 % der Fläche.
Gleichzeitig entstehen durch die Ausrichtung der Module nach „Ost/West“ im Tagesverlauf zwei Erzeugungsspitzen, am Morgen sowie am Abend. Diese komplementär zu konventionellen Süd-Anlagen fungierende Erzeugung vermeidet eine Überlastung des Stromnetzes und trägt zu einer konstanten Grünstromversorgung im Tagesverlauf bei. Auch sind die Preise am Strommarkt deutlkich interessanter als bei einer schräg aufgeständerten Anlage.

Eignet sich das System auch als Alternative für Parkplätze?

Unser System weist eine deutlich tiefere Gestehungskosten auf als PV Systeme auf Carports oder speziell errichteten Parkplatzüberdachungen. Je nach Standort kann das interessantere Produktionsprofil über den Tag und die bessere Produktion im Winter (keine Schneebedeckung, Schneereflexion) einen zusätzlichen Anreiz geben.